The series About Life and Death (2013) marks a turning point in Reinhard Stammer’s artistic journey.For the first time, his gaze turns fully inward — away from external form toward the existential core of human experience. These paintings are raw and restrained, dominated byearthy greys and visceral reds. Fragments of bodies, skulls, shadows, and abstract signs appear like memories of what has passed — and traces of what remains.The painting process itself is both impulsive and meditative: layers of pigment are built up, scraped away, and reworked.Each canvas bears the marks of its own becoming. Within the tension between vitality and decay, between fragility and persistence, Stammer achieves a new, existential clarity.About Life and Death is not a series about death — it is a meditation on life, its fragility, and its enduring dignity. A few years ago, he exhibited a series of paintings in Cologne –hung according to his own feelings, without thinking about any deeper order. A visitor approached him and expressed interest in purchasing a single work. But the artist insistedon selling the series only as a complete whole. The visitor then pointed out something that had escaped him until then: the series unconsciously followed a metaphysical order.It began with black – symbolising the material world – and ended in violet, the colour of infinity. In between, it traced the path of human beings towards spiritual enlightenment.At that moment, the artist realised what he had created without consciously intending to. Within two hours, he had captured human existence intuitively and beyond rationalplanning. This realisation hit him like a blow, both fascinating and disarmingly honest: the truth of his work was only revealed to him through the eyes of a stranger.Einzelausstellungen
Die SerieAbout Life and Death markiert einen Wendepunkt in Reinhard Stammers Schaffen. Erstmals richtet sich der Blick konsequent nach innen – weg von äußeren Formen, hin zu den existenziellen Themen des Menschseins. Die Gemälde dieser Reihe sind roh und reduziert, oft in erdigen, grauen und blutroten Tönen gehalten. Fragmente menschlicher Körper, Schädel, Schatten und Zeichen erscheinen wie Erinnerungen an das, was vergeht – und zugleich als Spuren dessen, was bleibt. Die Malweise ist impulsiv und meditativ zugleich: Farbe wird geschichtet, wieder abgetragen, übermalt. Jedes Werk trägt die Spuren seines Entstehungsprozesses sichtbar in sich. In dieser Spannung zwischen Leben und Verfall, zwischen Verletzlichkeit und Überdauerung, findet Stammer zu einer neuen, existenziellen Klarheit. About Life and Death ist keine Serie über den Tod – sie ist eine Auseinandersetzung mit dem Leben selbst, mit seiner Fragilität, seiner Tiefe und seiner Würde. Vor einigen Jahren stellte er eine Serie von Bildern in Köln aus – gehängt nach seinem eigenen Empfinden, ohne über eine tiefere Ordnung nachzudenken. Ein Besucher trat auf ihn zu und zeigte Interesse am Kauf eines einzelnen Werks. Doch der Künstler bestand darauf, die Serie nur als geschlossenes Ganzes zu verkaufen. Daraufhin machte ihn der Besucher auf etwas aufmerksam, das ihm selbst bis dahin entgangen war: Die Reihe folge unbewusst einer metaphysischen Ordnung. Sie beginne mit Schwarz – Symbol der materiellen Welt – und ende in Violett, der Farbe der Unendlichkeit. Dazwischen zeichne sich der Weg des Menschen zur geistigen Erkenntnis ab. In diesem Moment erkannte der Künstler, was er selbst geschaffen hatte, ohne es bewusst beabsichtigt zu haben. Innerhalb von zwei Stunden hatte er – intuitiv und jenseits rationaler Planung – das menschliche Dasein eingefangen. Diese Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag, gleichzeitig faszinierend und entwaffnend ehrlich: Die Wahrheit seines Werksoffenbarte sich ihm erst durch den Blick eines Fremden.






