Gedichte III

Ein verregneter Tag

Juli 1969

 

Regenfäden verknüpfen Himmel und Erde,
weben einen dichten, grauen Teppich vor den Horizont.

Aus dunklen, blauschwarzen Wolken,
die sich eben noch himmelwärts türmten,
donnert das Kommando:

„Erhebt Euch zum Sturm!“

Von grellen, gleißenden Peitschenhieben getrieben,
wälzt sich der dunkle, blauschwarze Koloss
mit brüllendem Getöse über das Land.

Regenfahnen zerreißen,
Wälder stöhnen qualvoll –
die Wurzeln mühsam in den Boden gekrallt.

Galoppierende Hufe,
wilde Trommelwirbel
hämmern auf das Land.

Das Meer schäumt.

Und Wellen – so hoch –
stampfen auf das Land …

… das bald darauf verschwand.

Ein Schicksal

Mallorca 2007

 

Ich bin in viele Länder dieser Welt gereist,
mal angekommen, mal entgleist.
Konnte ruhig sein und auch toben,
war mal unten und mal oben.

Hatte mich geschlagen,
um schnell mich wieder zu vertragen.
Hatte hoch gepokert und Grenzen überschritten,
bin abgestürzt und hab‘ gelitten.
Und hab‘ die Frauen wild geliebt
und hoff‘, dass jede mir vergibt.

Jedoch beim letzten Abenteuer –
sie war so schön, so feucht, so warm und braungebrannt.
Wir liebten uns am heißen Strand –
da wurden wir von einer Monsterwelle überrannt.

So haucht‘ ich aus mein Erdenleben
mit Salzgeschmack in meinem Mund.
Ich hätte wirklich alles Dir gegeben.
Dein Schoß war wohl schon wund
vom wilden Treiben.

Ich wollte wirklich bei Dir bleiben!
Doch ich wurde fortgetragen,
konnt‘ das Wohin nicht mal erfragen,
in ein mir völlig unbekanntes Land,
bewohnt von einer Engelschar
mit weißen Flügeln,
Harfen in der Hand.

Konnt‘ mich schon wieder nicht mehr zügeln,
musste alle lieben,
hoch oben in dem Wolkenbett.

Jedoch: Die Letzte war nicht nett.

Denn als ich erreichte
jenen Höhepunkt der Leidenschaft,
stieß sie mich von sich
in ein tiefes schwarzes Feuerloch,
in dem es grauenvoll
nach Pech und Schwefel roch.

Ganz sicher werde ich dahingerafft,
dies dacht‘ ich,
als ich in den Abgrund stürzte.

Nie zuvor bin ich so tief gefallen,
und von den Feuerwänden
hörte ich mein Schreien widerhallen.

Ich flehte dann um Gottes Gnade,
der unerwartet
hier mein Sein verkürzte,
und mein Flehen
wurde wohl erhört.

Denn aus dem Höllenschlund,
ganz leicht verstört,
ein kleiner schwarzer Käfer
kam gekrochen.

Die Fühler schon hoch aufgerichtet,
denn seine Lebenslust
war ungebrochen.

Und als er dann ganz übermütig dachte:

„Ihr könnt mich mal –
ich werde nie vernichtet!“

krachte der Meteorit
vom Himmel her
auf seinen Schädel.

Eilt weiter

Vorbeieilende, eilt dahin –
geschwind wie der Wind.

Haltet nicht an,
nicht jetzt
und auch nicht irgendwann.

Dreht Euch nicht um!

Die Tage sind gezählt.

Ohnmächtig liegt der Koloss
am Wegesrand –
atemlos
und ausgebrannt.

Eilt dahin,
dreht Euch nicht um,
haltet nicht an.

Ich werde stumm,
wie an dem Tag,
als alles begann.

.

.

Koma

2008

 

Kaum nachweisbare Gehirnfunktionen.

Tot – fast.

Sitze bei Dir und rede.
Halte Deine Hand.
Streich‘ Dir übers Haar.
Es ist grau geworden.

Sagst kein Wort.
Deine Augen starren ins Leere.

Wenn ich nur wüsste,
was Du siehst.
Nicht das,
was ich sehe.

Schaust hinaus durch Wände,
die es für Dich nicht gibt.

Ich spüre,
dass Du da,
aber nicht hier bist.

Du scheinst fast körperlos zu sein.

Bist Du von anderen,
uns nicht messbaren Strömungen
des Bewusstseins
eingefangen worden?

Gleitest Du fast schwerelos,
fernab unserer Ufer,
im kosmischen Wind?

Hörst Du Stimmen,
Gesang?

Bewegst Du Dich auf das Licht zu?

Oder lebst Du
in ewiger Dunkelheit?

Möchtest Du frei sein?
Ganz frei
von allen Begrenzungen?

Kannst Du nicht loslassen?

Wirst Du festgehalten?

Was hält Dich?

Möchtest Du zurück ans Ufer?

Dort,
wo ich stehe
und auf Dich warte?

Siehst Du mich
mit Deinem inneren Auge?

Spürst Du mich
mit Sensoren,
die mir fehlen?

Ich bin hier bei Dir
seit langer Zeit.

Zeit,
die vielleicht ihren Schrecken
für Dich verloren hat.

Gib mir ein Zeichen!

Einen Händedruck vielleicht.

Zuck‘ mit dem Augenlid
oder irgendwas.

Es sind so viele Fragen,
und ich werde
keine Antworten erhalten.

Ich nehme Deine Hand.

Spüre die Leere in Dir.

Du erinnerst Dich nicht.

Vielleicht hat Deine Lebensenergie schon
in einer anderen Welt
Wurzeln geschlagen.

Einer Welt,
in die ich Dich
nicht begleiten kann.

Vielleicht weißt Du jetzt
viel mehr als ich?!

Und soeben war mir,
als wenn Du lächeltest …

Land der Träume

1968

 

Ich schwebe – ich schwebe –
sagt mir, wo ich lebe.

Glückliche Menschen,
frohe Gesichter –

dies ist das Land der Träume
und tausend Lichter!

Ich treibe in Wolken
aus Blütenstaub –
im Himmel
aus grünem Blätterlaub.

Gewaltige Hände –
so groß wie ich selbst.

Pass auf,
dass Du nicht herunterfällst!

Ein Punkt
in der Ferne dort!

Er wird größer!

Ich will fort!


Hässliche Gesichter
umringen mich.

Sagt mir –
wo lebe ich?

Sollen wir’s Dir sagen,
kannst Du’s nicht ahnen?

Dies ist das Land der Träume
und schwarzen Fahnen!

Falle hinab
in treibende Leichen!

Wir werden Dir
die Hand zum Tode reichen.

Stürze von Sternen
in brodelnde Tiefen!

Als wenn Dich
Dein Herr und Gebieter riefe!

Ich schwebe – ich schwebe –

ob ich noch lebe?

Nacht –

jetzt bin ich erwacht.

Schmetterling

2009

 

Mit einem Mal zerriss das Lebensband,
dem ich so viele Jahre lang vertraute.
Nur einen Augenblick, und ich erschaute:
Hier war mir alles neu und unbekannt.

Kein blauer Himmel mehr, der mich umfing,
und auch kein fester Boden, der mich trug.
Die Zeit verging ganz plötzlich wie im Flug,
und ich entschwebte wie ein Schmetterling.

Ließ mich ganz sacht dann weitertragen.
Wohin? Ich weiß es nicht,
kann es nicht sagen,
verlor mich mehr und mehr
in dieser Sphäre.

So leicht,
so sorgenlos
glitt ich dahin
und wusste nicht mehr,
wer ich wirklich bin –

als wenn ich nie zuvor
gewesen wäre.

Sie liebt mich, sie liebt mich nicht…

2009
 

Sie liebt mich, sie liebt mich nicht, sie liebt mich –
so sind die Jahre schnell vorbeigezogen.

Ich habe Dich von Anfang an betrogen,
denn keinen Tag lang glaubte ich an Dich.

Wir hatten uns den Treueschwur gegeben.
Wie konnte ich mir Deiner sicher sein?

Ich ließ Dich viele Nächte lang allein,
denn wollte vieles noch für mich erleben.

Nun bist Du viel zu früh von mir gegangen,
und Deine allerletzten Worte drangen
hinein, so tief in mein verletztes Herz:

„Ich liebe Dich und war Dir immer treu!“

Das kannt‘ ich schon
und war für mich nicht neu.

Alleine lässt Du mich
mit meinem Schmerz.

Pheromon

2007

 

Ein Pheromon
hast Du entsandt.
Es kreiste hier im Raum.
Es suchte wohl,
bis es mich fand.
Es hat mich total umgehaun.

Es füllte aus
die ganze Luft.
Ich wollt‘ vergeh’n
in Deinem Duft.

Das Blut dann schoss
in meine Lenden
und wurd‘ gepackt
von einer wilden Gier.

In Deinem Schoß
wollt‘ ich verenden
wie ein besinnungsloses Tier.

Als ich dann wieder
zur Besinnung kam,
wurd‘ ich von Weisheit
gleich durchdrungen.

Als Du erschöpft
lagst hier in meinem Arm,
ist mir ein Blick
ins Kleinste dieser Welt gelungen.

Dies ist’s,
was ich erkennen musste
und niemand sonst
bis heute wusste:

Ein Pheromon
an sich
ist winzig klein,
jedoch die Wirkung
kann verheerend sein.

Drum sieh Dich um,
sei auf der Hut:
Ein Pheromon
tut selten gut!

.

Ein Nachruf

2007

 

Nun leg Dich hin
und ruh Dich aus,
Du altes Haus.

Wir werden nicht vergessen,
wie Du besessen
hast geschrieben –

beseelt,
von höchstem Anspruch angetrieben,

mit Herzblut
Zeil‘ um Zeil‘,

als ging es
um Dein Seelenheil.

Blutleer nun
ist Dein Hirn
und fast schon tot,

und draußen
glüht das Morgenrot …

Mieser Tag

2009

 

Mieser Tag,
der Du kein Ende nehmen willst,
wie kann ich Dich bloß überstehen?

Da Du minütlich
voller Bosheit überquillst,
werd‘ ich
an Deinem Stundenzeiger drehen.

Ich drehe Dich
im Kreise immer schneller
und schrei‘
vor wilder Wut
und lauter Lust.

Ab morgen
wirst Du nicht mehr heller,

auf dass auch Du
mal richtig leiden musst.

Den Zeiger
lass ich steh’n
auf Mitternacht,

fixier‘ ihn dann
mit einem Nagel dauerhaft.

Ich bin seitdem
nicht wieder aufgewacht

und habe so
den Tag

Leben

2009

 

Da kam ich an
in dieser Welt,
hab nicht gewusst,
wie mir geschah.

Ich war ganz plötzlich
einfach da,
wurd‘ ungefragt
hineingestellt.

Zu Anfang
war wohl alles schemenhaft,
Begriffe wurden mir gegeben.

Begann die Welt
dann so wie alle
zu erleben
und hab es so
zum »Ich« geschafft.

Schon bald
wurd‘ ich
von Zweifeln heimgesucht:

»Wie kann dies alles
möglich sein?«

Fing meine Existenz
an zu vernein‘,
doch hatte diese Reise
längst gebucht.

Wo komm ich her,
wo geh ich hin?

Wo kann ich
eine Antwort finden?

Begann mich
an das Sein zu binden,
doch fand auch darin
keinen Sinn.

So viele Jahre
sind an mir vorbeigezogen.

Erinnerungen
prägen meine Sicht der Welt.

Ich habe diese
vor mich selbst gestellt
und so mich
um die Kenntnis meiner selbst
betrogen.

Ich schau mich
nach mir um,
doch find mich nicht.

War das,
was ich zu sehen glaube,
vorher niemals da?

Ist alles Lug und Trug
und gar nichts
wirklich wahr?

Erscheint die Welt
in meines Geistes Licht?

Wenn dem so ist,
ist’s nur ein Spiel
und wird wohl
ewig weitergehen.

Möcht‘ mich
mit tausend Augen sehen
und bleib doch immer
Anfang und das Ziel.

Die Welt
hab ich mir
selber vorgeführt;

bin Leinwand,
Film
und führe auch Regie.

Der Selbstbetrug
ist meine Strategie –

und hab mich heute
für den Oskar nominiert.

Der Film
neigt sich nun
seinem Ende zu.

Werd‘ bald
ein neues Spiel beginnen.

Doch nehme mir Zeit,
mich zu besinnen –

und komm nun endlich
in mir selbst
zur Ruh.

Meereswellen

September 1990

 

Meereswellen
rauschen an den Strand.

Warme Winde
flüstern.

Meereswellen
rauschen an den Strand.

Weiße Möwen
lachen.

Meereswellen
rauschen an den Strand.

Kleine Fische
blitzen.

Meereswellen
rauschen an den Strand.

Federwolken
schweben.

Meereswellen
rauschen an den Strand.

Sonnenlicht
ins Meer getaucht.

Meereswellen
rauschen an den Strand.

Kieselsteine
knistern leise,
leise knistern.

Meereswellen
rauschen an den Strand,

rauschen
an den Strand,

rauschen
Meereswellen,

rauschen
an den Strand,

Meereswellen
rauschen,

rauschen,

rauschen,

rauschen …

Lust

2010

 

Ein liebend,
goldgelocktes Engelein

ist heut‘
zu mir
ins Herz gedrungen.

Erhellte dort
mein ganzes Sein

und hat sogar
für mich gesungen.


Oh,
holde Braut
von Gottes Gnaden,

ich sehnte mich
so sehr nach Dir.

Ich möchte Dir
nicht schaden,

doch packt mich wieder
diese wilde Gier!


Mein Herz
fängt nun
zu rasen an,

das Blut
steigt mir
zu Kopfe.

Nichts,
das ich noch
für Dich
noch tun kann.

Pack‘
Dich
an Deinem
blonden Schopfe.


Mein Herz
ist eine Mördergrube.

Selbst Gott
hab ich dort
umgebracht.

Tot
leg ich Dich
in meine gute Stube

und warte
auf die Vollmondnacht.


Am Himmelszelt
die Sterne prangen,

der Mond
strahlt voll
und prächtig.

Ich werd‘
wohl nie
zu Euch gelangen,

doch hier auf Erden
bin ich
übermächtig.


Mein Schrei
durchdringt
die kalte Nacht.

Ihr
werd ich Dich
nun übergeben.

Du wirst
von mir
noch ausgelacht –

ich werde
immer weiterleben!

.

Licht

2004

 

Wohin bewegte sich das Licht,

als der Tag vorüberging

und die Nacht ihre Geschöpfe
in die Dunkelheit entließ?


Wohin bewegte sich das Licht,

als das Ende
dem Anfang entgegenstrebte

und es die Zeit
zu verschlingen drohte?


Wohin bewegte sich das Licht,

als die Erinnerungen
an das Leben verblassten

und der Tod
sich in meinem Herzen niederließ?


Wohin bewegte sich das Licht,

als sich meine Augen
langsam schlossen

und die Kälte
durch meine Adern kroch?


Wohin bewegt mich das Licht,

nachdem es mich
warm umhüllte

und mich
auf Wellen tragend
mit sich nahm?

Insel-Impressionen

2010

1

Auf dieser Insel werd ich sterben,
wollt eigentlich viel älter werden.
Nehm den Rotwein mir zur Brust
und spül hinunter meinen Frust.


2

Es ist so schön hier auf der Insel,
die Sonne wärmt mein Künstlerherz.
Drum tauch ich ein den Malerpinsel
und mal die Wellen – nur zum Scherz.


3

Ich lieg am Strand,
bin braungebrannt
und schau den Chicas hinterher –
tauch lieber ein ins kalte Meer.


4

Ich hab mein Herz an diese Insel jüngst verloren
und hatte ihr d’raufhin geschworen:
„Im nächsten Leben werd ich hier geboren!“

Die Liebe tropfte mir aus allen Poren,
der Wein hier ist nun dauerhaft vergoren.


5

Das Leben ist so schön,
genieße es in vollen Zügen.
Drum gieß ich noch ’nen Wein ein –
glaub mir: Ich wollt dich nicht betrügen.


6

Wunderschöne Menschen an der Promenade.
Ein Schweißfleck – das ist schade.

Letzte Gedanken

2009

Nun liege ich
auf meinem Sterbebett.

Mit Augen,
die schon lang
geschlossen sind,

blick ich zurück

vom Mann
zum kleinen Kind,

zieh ruhig
durch dieses
Schattenkabinett.


Die Schmerzen
haben mich
so lang gequält.

Sie haben sich
in Sehnsucht
aufgelöst.

Das ganze Leben
sich als Trug entblößt.

Phantome wurden
aus dem Nichts
geschält.


Der Abschied
von Euch
fällt nun
nicht mehr schwer,

denn sicher
bin ich mir
in dieser Stunde:

Was einst
mir voll erschien,

war doch nur leer.


Nun gehe ich,

verlasse
Eure Runde,

und auch zurück
zu Euch
will ich nicht mehr –

im Sterben
heilt nun
meine letzte Wunde.

Leise

August 1990

Leise
wollte ich sein.

Leise
ohne Wollen.

Nur leise.

Leise
ohne nur.

Leise.


Weit
wollte ich sein.

Weit
ohne Wollen.

Nur weit.

Weit
ohne nur.

Weit.


Und tief
wollte ich sein.

Tief
ohne Wollen.

Nur tief.

Tief
ohne nur.

Tief.


Sein
wollte ich sein.

Sein
ohne Wollen.

Nur Sein.

Sein
ohne nur.

Sein.

Eine kurze Geschichte der Evolution

2009

 

Es war an sich
wohl sehr bemerkenswert,

dass ich hier
plötzlich lebte.

Unter Krämpfen
wurde mir
ein simples Sein beschert,

im urzeitlichen Meer,
in Schwefeldämpfen.


Kein Schwein
hat mich begrüßt,

nur Blitze
zuckten
in der Suppe.

Hab mir
mein karges Leben
selbst versüßt

und wurde bald
zu einer Zweiergruppe.


Dies konnte
noch nicht alles sein.

Es fehlten
dieser kahlen Welt
noch Farne

und die Tiere.

Für diese
waren wir zu klein,

so produzierten wir
aus uns heraus
Organe.


Wir schufen
Ohren,
Nasen,
auch die Augen

und konnten hören,
riechen,
sogar sehen.

Als Einzelzelle
konnten wir
nicht taugen.

Uns wuchsen dann
noch Beine,
um zu gehen …


Das,
was dann noch kam,

das kennt ihr schon –

heute nennt man es:

Produktdiversifikation.

Krieger

2010

 

Nun mach Dich auf,
Du stolzer Krieger,

und geh voran,
die Zeit
ist nun gekommen.

Erhebe Dich jetzt
wie ein Sieger!


Lass hinter Dir
die Pharisäer
und selbstverliebten Frommen.

Schlag ab
die Köpfe
Deiner Götter –

Erkenntnis
ist ein scharfes Schwert.

In seinem Glanz
vergehen
all die Spötter.


Du hast
nach allem Möglichen gesucht

und von Almosen
hast Du Dich ernährt.

Dir mit Talmi
Deine Welt errichtet.

Sie haben Dich geliebt,
gejagt,
gehasst,
verflucht –

doch all dies
wird nun bald
vernichtet.


Die Welt
wird dann
in Flammen stehn

und Du
mit ihr
verbrennen.

Und wenn sich
Deine Asche
dann aufs Schlachtfeld legt,

wirst Du
von einem Windhauch
weggefegt –

und wirst
Dein Wahres Selbst
erkennen.